KantZusatzkant

Wohlauf Kameraden

  1. Wohlauf Kameraden, aufs Pferd, aufs Pferd!
    lns Feld, in die Freiheit gezogen!
    lm Felde, da ist der Mann noch was wert,
    da wird das Herz noch gewogen.
    [: Da tritt kein anderer für ihn ein,
    auf sich selber steht er da ganz allein. :]
  2. Aus der Welt die Freiheit verschwunden ist,
    man sieht nur Herren und Knechte;
    die Falschheit herrschet, die Hinterlist
    bei dem felgen Menschengeschlechte;
    [: der dem Tode ins Angesicht schauen kann,
    der Soldat allein ist der freie Mann. :]
  3. Des Lebens Ängsten. er wirft sie weg,
    hat nicht mehr zu fürchten, zu sorgen;
    er reitet dem Schicksal entgegen keck,
    trifft’s heute nicht, trifft es doch morgen.
    [: Und trifft es morgen, so lasset uns heut
    noch schlürfen die Neige der köstlichen Zeit. :]
  4. Der Reiter und sein geschwindes Ross,
    sie sind gefürchtete Gäste,
    es flimmern die Lampen im Hochzeitsschloss,
    ungeladen kommt er zum Feste.
    [: Er wirbt nicht lang, er zeiget nicht Gold,
    im Sturm erringt er den Minnesold. :]
  5. Drum frisch, Kameraden, den Rappen gezäumt,
    die Brust im Gefechte gelüftet!
    Die Jugend brauset, das Leben schäumt,
    frischauf, eh‘ der Geist noch verdüftet!
    [: Und setzet ihr nicht das Leben ein,
    nie wird euch das Leben gewonnen sein. :]