FuxenkantKant

Schlusskantus

  1. O alte Burschenherrlichkeit!
    Wohin bist du entschwunden?
    Nie kehrst du wieder, goldne Zeit,
    so frei und ungebunden!
    Vergebens spähe ich umher,
    ich finde deine Spur nicht mehr.
    [: O jerum, jarum, jerum, o quae mutatio rerum! :]
  2. Den Burschenhut bedeckt der Staub,
    es sank der Flaus in Trümmer,
    der Schläger ward des Rostes Raub,
    verblichen ist sein Schimmer,
    verklungen der Commersgesang,
    verhallt Rapierund Sporenklang.
    [: O jerum :]
  3. Wo sind sie, die vom breiten Stein
    nicht wankten und nicht wichen,
    die ohne Moos bei Scherz und Wein
    den Herrn der Erde glichen?
    Sie zogen mit gesenktem Blick
    in das Philisterland zurück.
    [: O jerum :]
  4. Da schreibt mit finsterm Amtsgesicht
    der eine Relationen,
    der andre seufzt beim Unterricht,
    und der macht Rezensionen;
    der schilt die sünd’ge Seele aus,
    und der flickt ihr verfall’nes Haus.
    [: O jerum :]
  5. Allein das rechte Burschenherz
    kann nimmermehr erkalten;
    im Ernste wird, wie hier im Scherz,
    der rechte Sinn stets walten;
    die alte Schale nur ist fern,
    geblieben ist uns doch der Kern,
    [: und den lasst fest uns halten, wir bleiben stets die alten! :]
  6. Drum, Freunde! reichet euch die Hand,
    damit es sich erneue,
    der alten Freundschaft heil’ges Band,
    das alte Band der Treue.
    Stosst an und hebt die Gläser hoch,
    die alten Burschen leben noch,
    [: noch lebt die alte Treue, sie lebe stets aufs neue! :]