Das Mädel aus dem ersten Stock

  1. Das Mädel aus dem ersten Stock, im Hause mir grad gegenüber, das hatt‘ ich längst schon heimlich gern und Tag für Tag noch lieber. Sie sah so oft verstohlen drein und lauschte hinterm Flieder, bis endlich winkte ihre Hand, dass sie des Liedes Sinn verstand: Schwarze Maid in deinem stillen Stübchen, komm zu mir und werde mein fein’s Liebchen, [: komm zu mir und sei mir lieb und treu, ja das Semester ist so schnell vorbei. :]
  2. Die Halde brannte endlich durch, ich brachte sie auf meine Bude; das nächste Mal kam sie von selbst; jetzt ist sie meine Trude. Vor’m Fenster blüht der Fliederbaum, die Laute hängt am Nagel, wir sitzen auf dem Kanapei und küssen nach der Melodei: Schwarze Maid …
  3. Der weisse Flieder ist verblüht, Semesterklang hat ausgeklungen, da hab‘ ich meiner schwarzen Maid mein Lebewohl gesungen. Sie weinte nicht, sie hielt mich nicht, sie sah nur in die Ferne und wünschte lächelnd gute Reise, ich aber sang die alte Weise: Schwarze Maid …