Wer reit’t mit zwanzig Knappen ein (Die drei Dörfer)

  1. Wer reit’t mit zwanzig Knappen ein zu Heidelberg im Hirschen? Das ist der Herr von Rodenstein. [: auf Rheinwein will er pirschen. :]
  2. «Hollahe! Den Hahn ins Fass! Schenkt ein! Ich fürcht‘, die Kehlen rosten; wir wöll’n ein Jahr lang lustig sein, [: und sollt’s ein Dorf auch kosten.» :]
  3. «Ein Dorf, was ist’s.? Nur Mist und Rauch! Ich hab‘ ja ihrer dreie: Gersprenz und Pfaffenbeerfurt auch [: und Reichelsheim, das treue.» :]
  4. Trompeten klangen mit Schalmein und Pauken um die Wette, zwölf Monden sass der Rodenstein [: beim fürstlichen Bankette. :]
  5. Und als er sich nach Jahr und Tag die Rechnung hergewunken, da sprach er: «Blitz und Donnerschlag! [: jetzt ist Gersprenz vertrunken!» :] Gersprenz ist hin, ist hin! Gersprenz ist fort, ist fort, Gersprenz, der fromme, der züchtige Ort, Gersprenz ist veritrunken, veritrunken.
  6. «Hollahe! Doch wie man’s treibt, so geht’s! Was liegt an dem Verlurste? Man spricht vom vielen Trinken stets, [: doch nie vom vielen Durste.» :] Gersprenz ist hin, ist hin! Gersprenz ist fort, ist fort, Gersprenz, der fromme, der züchtige Ort, Gersprenz ist veritrunken, veritrunken.