Im tiefen Keller

  1. lm tiefen Keller sitz‘ ich hier auf einem Fass voll Reben, bin frohen Mut’s und lasse mir vom allerbesten geben. Der Küper zieht den Heber vor, gehorsam meinem Winke, füllt mir das Glas, ich halt’s empor, und trinke, trinke, trinke.
  2.  Mich plagt der Dämon, Durst genannt; doch um ihn zu verscheuchen, nehm‘ ich mein Deckelglas zur Hand und lass‘ mir Rheinwein reichen. Die ganze Welt erscheint mir nun in rosaroter Schminke; ich könnte niemand Leides tun; ich trinke.
  3. Allein mein Durst vermehrt sich nur bei jedem frischen Becher; dies ist die leidige Natur der echten Rheinweinzecherl Doch tröst‘ ich mich, wenn ich zuletzt vom Fass zu Boden sinke: Ich habe keine Pflicht verletzt; ich trinke, trinke, trinke.