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Traditionsanlässe der Industria

Traditionsanlässe sind meist Grossanlässe. Die Industria Aarau zählt 5 Traditionsanlässe.

Die ersten vier Anlässe sind in den Statuten als Traditionsanlässe niedergeschrieben, der Maienzugscommers darf als ein solcher angesehen werden.

 

Actus Secundus

Früher wurden die Sitzungen der Industria jeweils an Samstagen abgehalten. Zuerst kam der Actus Primus an welchem geschäftliche Angelegenheiten geregelt und Vorträge gehalten wurden. Danach aber setzte man sich zum fröhlichem Trunk zusammen, dem Actus Secundus. Dieser glich bis auf wenige Einzelheiten unseren heutigen Kneipen.
Bald einmal wurden die beiden Acti getrennt, was durchaus auch heute noch Sinn macht, da man mehr Sitzungen benötigt und der Actus Secundus ja nur einmal pro Jahr stattfindet.

Der heutige Actus Secundus ist längst nicht mehr "nur" eine Kneipe oder ein Commers. Der Actus Secundus findet traditionellerweise in Lenzburg statt. Auf dem Schlossberg wird dann durch die Fuxen ein Feuer entfacht, auf welchem allerhand gegrillt werden kann. In letzter Zeit vor allem Würste, die dann den Wünschen der Burschen entsprechen sollten...  Dass sie dies nicht tun, ist ein typischer Auswuchs fuxischen Unvermögens und (zum Teil) ihrer Ruppigkeit. Meist sind die Würste verkohlt oder roh. Es hat sich aber gezeigt, dass ein proportionaler Zusammenhang zwischen der Qualität der Würste und dem Bierkonsum der Fuxen besteht. 

Während des Abend verschiebt man dann in ein Restaurant, wo ein Commers gestartet wird. Dass bei diesen Rededuellen immer wieder Seitenhiebe auf der Fuxen Würste gemacht werden, ist meist nicht zu vermeiden.
Irgendwann geht dann aber auch der schönste Commers zu Ende und es muss der Heimweg angetreten werden. Da locken doch die meist milden Frühlingsnächte auf einen gemütlichen Marsch in Richtung Aarau, wo dann ad hoc das weitere Programm beschlossen wird.
Spätestens beim Morgengrauen werden sich aber auch die unermüdlichsten auf den Weg machen um ihr warmes und heimeliges Bett aufzusuchen.

 

Säckinger Farbenbummel

 
Die Industria wurde ursprünglich in Olten (Kanton Solothurn) gegründet. Bis 1864 gab es die jährliche Oltener Versammlung, bei der die Gründung gefeiert wurde. Dieser Anlass wurde dann durch den Farbenbummel ins Scheffelstädtchen Säckingen abgelöst.
So treffen sich alljährlich die Vereinsmitglieder am Pfingstsonntag um 3.30 Uhr morgens an der Stange vor der Kantonsschule.
Und dann geht es los; zuerst marschiert man in Cortègeformation aus der Stadt und marschiert dann in gemütlicherem Schritte dem noch weit entfernten Säckingen entgegen.
Da die Stiefel schon bald zu drücken und die Füsse zu schmerzen beginnen, gibt es ab und einen Apéro, an dem man die trockene Kehle netzen kann und den gröbsten Hunger stillt. Und so "fliegt" man mit frohem Kant über das Benkerjoch via Wölflinswil und Frick nach Säckingen.
Dort wird dann nach einigen Känten noch ein Commers gestartet, bei welchem man aber keine intellektuelle Höhenflüge mehr erwarten darf; schliesslich ist man schon lange auf den Beinen.
Den Rückweg nimmt man dann mit dem Zug.

 

Altherrentag

Hinter jeder Verbindung steht ein Altherrenverband. Altherren sind ehemalige Kantonsschüler, die einer Verbindung angehörten und ihr Verbindungsleben durch den Beitritt in den Altherrenverband weiterführen.
Alljährlich kommen die Alten Herren zusammen um die Geschäftsführung zu beschliessen und danach bei einem Commers alte und neue Freunde zu begrüssen.
Da der Altherrentag immer gut besucht ist und nicht nur die Quantität sondern auch die Qualität an Leuten gut ist, darf man sich immer auf herausstechende Verba freuen. In den letzten paar Jahren war die Weinmarke "Sforzato" ein beliebtes Gesprächsthema.
Für die Aktiven ist dieser Tag etwas besonderes; für einmal stehen sie nicht im Mittelpunkt, sondern sind eher im Hintergrund tätig. Sie können also, ohne sich um etwas kümmern zu müssen, den Tag geniessen, mit Alten Herren plaudern, berühmte Industergesichter kennenlernen oder sich ganz einfach den lukullischen und bacchantischen Genüssen hingeben

 

Weihnachtscommers

Bei diesem Commers treffen sich Aktive und vereinzelte Altherren, um die vorweihnachtliche Stimmung auch in den Kreisen der Verbindung zu geniessen.
Doch nicht nur die Gesprächsthemen sind mehr oder weniger weihnachtlich. Auch die Fuxen tragen zur Weihnachtsstimmung bei, sei dies mit einem Weihnachtsbaum, der hübsch geschmückt seinen Tannenduft durchs Lokal trägt. Erstaunicherweise mutierte der Weihnachtsbaum in den letzten Jahren vom verfotzelten Miniexemplar zum stattlichen und reichlich geschmückten Weihnachtsbaum. In die Aktivitas scheint ein Zug von Beschaulichkeit gekommen zu sein...
Bei Bier und Erdnüssen, Bier und Mandarinen, Bier und Lebkuchen sowie Bier und Geschenken (wobei das Bier selbst auch als ein Geschenk angeschaut werden sollte), sind die Rededuelle nicht so hart wie sonst, dafür umso weihnachtlicher.
Und vielleicht haben die an und für sich faulen Fuxen wieder mal etwas in peto; z.B. eine Neuauflage der Weihnachtsgeschichte in Form einer Grossproduktion.
Auf jeden Fall ist der Weihnachtscommers eine der besten Vorbereitungen auf die kommenden Feiertage...

 

Maienzugscommers

Der Maienzug ist wohl das grösste alljährliche Fest in Aarau. Es entspricht in etwa dem Jugendfest in anderen Städten.

Am Maienzugs-morgen findet traditionsgemäss der grosse Umzug statt. Da marschieren natürlich auch die Aarauer Verbindungen mit. Sie beweisen mit einer mehr oder weniger gelungenen Cortège, was sich so im Cortège- und Kantbereich in den letzten Monaten getan hat - oder eben nicht getan hat. 
Wenn schlecht gekantet oder falsch marschiert wird, so machen das meist unsere hübschen Ehrendamen wieder wett. Als ganz besondere Attraktion ziehen sie die Blicke der jugendlichen Zaungäste sowie so mancher Reporter auf sich - und damit auf die Industria, die gleich nachfolgt. Natürlich sind sie auch ein Ansporn für die Aktiven, sich trotz Fuss- oder anderer Schmerzen weiterzukämpfen - so ähnlich wie die Karotte für dem Kopf des Esels.

Nach der Festrede begibt man sich in ein Lokal, wo die Altherren meist schon warten; der Commers wird ziemlich schnell lanciert und schon ist ein weiterer Höhepunkt des Maienzuges erreicht. Der Maienzugscommers ist wohl einer der grössten und spektakulärsten Commerse, da nicht nur die grosse Teilnehmerzahl, sondern auch das meist herrliche Sommerwetter locken. Zu erzählen und diskutieren gibt es immer etwas - sei es dass Zapfe über Kuba siniert oder andere Themen anvisiert werden.
Manchmal gibt es noch zusätzliche Attraktionen - sei es, dass ein Jungaltherr vom Tisch stürzt, über den er eben noch stolzierte. Da kann man nur hoffen, dass sich der Betreffende keine Zahnschäden zuzieht - sonst wäre ein guter Zahnarzt vonnöten...
Zweifelsohne ist das Motto "sehen und gesehen werden" am Maienzug von nicht zu unterschätzender Wichtigkeit. Und so darf man dann auch für dieses Jahr wieder auf eine grosse Altherrenbeteiligung hoffen.

 


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